Japan mit Kindern: Warum das Auto die Rettung für deinen Familienfrieden ist

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Japan mit Kindern gilt als eines der kinderfreundlichsten Reiseerlebnisse der Welt – sicher, sauber und voller Abenteuer. Aber man muss ehrlich zu sich selbst sein: „Reisen in Japan“ ist nicht dasselbe wie „Japan mit Kindern zu bereisen“. Die Bedürfnisse deiner Kinder und deine eigenen Sightseeing-Wünsche werden oft im Konflikt stehen. Plane mehr Zeit ein, mach weniger Termine und sei bereit, dein Tempo massiv zu drosseln. Eine Reise mit kleinen Kindern wird definitiv die Zeit für Sightseeing verkürzen und kann extreme Grenzen setzen, was du tun oder nicht tun kannst. Nicht jede Reise mit Kindern verläuft wie geplant – und in manchen Fällen können die Bedürfnisse eines Kindes dazu führen, dass eine Reise frühzeitig abgebrochen wird.

Wer versucht, mit Buggy, drei Koffern und übermüdeten Kleinkindern zur Rush-Hour durch den Bahnhof Shinjuku zu navigieren, wird Japan nach zehn Minuten hassen.

Wenn du Japan mit Kindern planst, ist die wichtigste Entscheidung nicht was ihr anseht, sondern wie ihr von A nach B kommt.

1. Die Bahn-Falle: Warum Züge für Familien oft Stress bedeuten

Der Shinkansen ist toll, keine Frage. Aber für das Abenteuer Japan mit Kindern hat er drei massive Nachteile:

  • Gepäck: Es gibt in den Zügen kaum Platz für große Koffer. Du musst sie über die Sitze wuchten oder teure Reservierungen für die letzte Reihe buchen.
  • Die „Stille“: In japanischen Zügen ist es extrem leise. Ein schreiendes Kind stresst die Eltern hier oft mehr als anderswo, da man die Stille nicht stören möchte. Vermeide die Rush-Hour (7-9 Uhr und 17-21 Uhr), da die Züge dann extrem voll und „gequetscht“ sind. Nutze stattdessen diese Zeiten für Frühstück oder Abendessen.
  • Bahnhofs-Logistik: Japanische Bahnhöfe sind Labyrinthe. Den richtigen Aufzug zu finden (und darauf zu warten), kann 20 Minuten extra kosten.

Kosten-Check: Bahn vs. Mietwagen

Ein oft unterschätzter Punkt bei der Reiseplanung für Japan mit Kindern sind die Kosten. Während Alleinreisende mit der Bahn meist günstiger fahren, verschiebt sich die Rechnung massiv, sobald eine Familie zusammen reist. Ab drei Personen ist der Mietwagen oft nicht nur komfortabler, sondern schlichtweg die günstigere Alternative.

Hier ist eine einfache Beispielrechnung für eine typische Strecke, zum Beispiel von Tokio nach Aomori (einfache Fahrt):

Posten Bahn (Shinkansen) Mietwagen (Mittelklasse/Van)
Erwachsene (2 Pers.) ca. 220 EUR
Kind (1 Pers., über 6J.) ca. 55 EUR
Miete pro Tag ca. 80 – 100 EUR
Sprit & Maut ca. 110 EUR
Gesamt ca. 275 EUR ca. 190 – 210 EUR

Das Ergebnis: In diesem Beispiel spart die Familie bereits bei einer einzigen Strecke über 60 EUR. Wenn man bedenkt, dass man vor Ort mit dem Auto auch noch die Kosten für lokale Busse und Taxis spart, läppert sich die Ersparnis über zwei Wochen Urlaub auf mehrere hundert Euro. Dieses Geld kann man in Japan definitiv besser in gutes Essen oder tolle Erlebnisse investieren.

Die Lösung: Miete dir einen Van. Wer Japan mit Kindern wirklich genießen will, braucht diesen privaten Rückzugsort auf Rädern.

2. Der richtige Mietwagen für Familien

In Japan gibt es Autos, die speziell für Familien gebaut wurden. Such nach sogenannten „Minivans“ oder Wohnmobilen/Campern (falls ihr auf Hotel und Ryokan verzichten und direkt im Auto übernachten wollt):

  • Minivan-Modelle: Toyota Sienta (kompakt), Toyota Noah oder der riesige Toyota Alphard.

  • Schiebetüren: Fast alle haben elektrische Schiebetüren. Das ist Gold wert, wenn die Parklücken eng sind und die Kinder die Tür nicht gegen das Nachbarauto knallen sollen.

  • Kindersitze: Gesetzlich Pflicht bis 6 Jahre. Reserviere sie direkt mit.

     

Achtung: Ohne Übersetzung kein Auto

Das ist der wichtigste Punkt für alle aus Deutschland (DE) und der Schweiz (CH): Ein internationaler Führerschein bringt euch in Japan überhaupt nichts. Japan hat ein spezielles Abkommen, das besagt, dass deutsche und Schweizer Führerscheine nur zusammen mit einer offiziellen japanischen Übersetzung der JAF gültig sind.

Ohne dieses Dokument wird euch die Autovermietung den Schlüssel nicht aushändigen – egal ob ihr schon bezahlt habt oder nicht. Wir erleben es leider immer wieder, dass Familien am Schalter stehen und ihren Urlaub nicht antreten können, weil dieses Papier fehlt. Kümmert euch also unbedingt rechtzeitig darum. Bei uns bekommt ihr die Übersetzung ab 49 EUR, ganz ohne Behördenstress.

3. Roadtrip-Infrastruktur: Michi-no-eki & Raststätten

Wer in Japan mit Kindern unterwegs ist, wird die Raststätten lieben. Japanische Autobahnraststätten (SA – Service Area) und Landstraßen-Stationen (Michi-no-eki) sind das Paradies für Eltern.

  • Sauberkeit: Die Toiletten sind makellos. Es gibt fast immer spezielle Wickelräume und Stillzimmer (Nursing Rooms) mit Heißwasser für das Milchfläschchen.
  • Essen: In den Food Courts gibt es oft „Kids Meals“ und gesundes regionales Essen, statt nur Fast Food.
  • Austoben: Viele Stationen haben kleine Spielplätze oder Grünflächen, damit die Kinder vor der nächsten Etappe Dampf ablassen können.

4. Wann ist die beste Reisezeit?

Wenn du Japan mit Kindern planst, sind der Frühling und der Herbst ideal. Der japanische Sommer (Juni bis September) ist extrem heiß und schwül. Besonders bei Babys und Kleinkindern ist Dehydration ein echtes Risiko.

  • Sommer-Tipp: Wenn es der Sommer sein muss, plane viele Pausen in klimatisierten Räumen ein und halte eine Liste mit englischsprachigen Krankenhäusern bereit. Japan hat zum Glück überall Verkaufsautomaten mit kühlem Wasser. Viele Bahnhöfe und große Einkaufszentren verfügen über Waschräume, die sich gut zum Ausruhen, Rehydrieren und Sammeln eignen.

  • Notfall: Hab immer eine Liste mit englischsprachigen Krankenhäusern auf dem Handy, falls die Hitze den Kleinen zu schaffen macht.

5. Essen gehen mit Kindern: Family Restaurants

In Japan ist „auswärts essen“ mit Kindern viel entspannter als in Europa, wenn man weiß, wo man hingehen muss.

Kleine Restaurants (Izakayas) sind oft eng, verraucht oder lassen Kinder unter 12 Jahren abends gar nicht erst rein. Viele Einrichtungen sind nur für Erwachsene gedacht, und viele weitere verbieten Kindern unter 12 Jahren nach bestimmten Stunden den Zutritt aufgrund lokaler Verordnungen oder Unternehmensrichtlinien.

  • Famiresu: Geh zu Ketten wie Gusto, Jonathan’s, Bikkuri Donkey, Royal Host, Denny’s, Coco’s, Bamiyan (Chinesisch), Saizeriya (Italienisch) oder Yumean (Japanisch). Sie sind auf ungezwungenes Essen für alle Altersgruppen ausgerichtet, tendieren dazu, lauter und familienfreundlicher zu sein und bieten Annehmlichkeiten wie Spielbereiche, Spielzeug oder andere Aktivitäten zur Unterhaltung von Kindern. Hochstühle und Wickeltische sind ebenfalls verfügbar. Die Speisekarten bieten fast immer ein „Kindermenü“ und oft Pizza, Pommes oder gebratenes Hähnchen für wählerische Esser.

  • Etikette: Erwarte in kleinen Restaurants keine Wickeltische. Es ist SEHR unhygienisch und unhöflich, zu versuchen, ein Baby in diesen Einrichtungen zu wickeln. Tu dies stattdessen an einem Bahnhof, in einem Kaufhaus oder in deinem Hotel. Erwarte auch keine spezielle Behandlung wie Off-Menü-Artikel oder die Erwärmung von Flaschen oder Mahlzeiten, die von außerhalb mitgebracht wurden.

  • Empfehlungen: Nutze Google oder Tabelog für aktuelle Restaurantbewertungen. Bei dringenden Situationen sind Fast-Food-Restaurants wie Mos Burger oder McDonald’s eine gute Alternative, besonders wenn die Kinder quengelig, hungrig und müde sind.

  • Ältere Kinder: Bei jugendlicheren Kindern sei darauf vorbereitet, nach 18-20 Uhr von mehr auf Trinken ausgerichteten Lokalen abgewiesen zu werden. Konzentriert euch auf Restaurants statt Izakayas.

6. Übernachten: Ryokan oder Hotel?

Die Wahl der richtigen Bleibe ist entscheidend, damit Japan mit Kindern nicht in Stress ausartet. In den großen Städten sind Standard-Hotelzimmer oft winzig – da wird es schon mit einem Reisebett oder zwei Koffern eng. Viele Hotels haben Beschränkungen, wie viele Personen pro Zimmer übernachten dürfen, und bieten oft keine Küchenausstattung außer einem kleinen Kühlschrank und/oder Wasserkocher. Wenn ihr Japan mit Kindern bereist, solltet ihr gezielt nach Unterkünften suchen, die Platz zum Bewegen bieten und auf Familien spezialisiert sind. Hier sind die besten Optionen für eure Reise:

  • Ryokans (Traditionelle Gasthäuser): Oft teurer, aber geräumiger. Viele Ryokans bieten spezielle „Familienzimmer“ an. Perfekt für Japan mit Kindern, da man auf Futons am Boden schläft und kein Kind aus dem Bett fallen kann. Beachtet jedoch, dass einige Ryokans Kinder unter einem bestimmten Alter nicht zulassen oder eher für eine ruhige, romantische Erfahrung gedacht sind. Es ist wichtig, vor der Buchung zu prüfen, ob die Unterkunft familienfreundlich ist.

  • Hotels mit Family Rooms: In westlichen Hotels in Japan sind die Zimmer oft winzig. Such gezielt nach „Family Rooms“ oder Aparthotels (z. B. die Kette Mimaru), die kleine Küchen und Stockbetten haben. Eine Unterkunft mit einer kleinen Küche oder Kochnische ist eine Überlegung wert, damit spezielle Snacks oder Mahlzeiten für deine Kinder (besonders wenn sie wählerische Esser sind) die Reise nicht vollständig dominieren.

  • Hostels/Gästehäuser: Größere Gruppen können ein Zimmer in einem Hostel oder Gästehaus buchen, falls private Zimmer angeboten werden – aber nicht alle Hostels oder Gästehäuser erlauben Kinder oder Säuglinge.

  • Airbnb: In den großen Städten gibt es zwar viele Angebote, aber wir raten hier zur Vorsicht. Seit der Verschärfung der Regeln gibt es leider viele „schwarze Schafe“ auf dem Markt – oft illegale Airbnbs, die ohne offizielle Lizenz betrieben werden. Hier gibt es häufig massive Probleme mit der Hygiene, dem Brandschutz oder der Erreichbarkeit der Vermieter. Es kommt auch vor, dass Buchungen kurzfristig storniert werden, weil die Behörden die Unterkunft dichtgemacht haben. Für den Familienurlaub ist das ein unnötiges Risiko. Wenn ihr privat wohnen wollt, achtet penibel auf die Bewertungen und darauf, dass eine offizielle Lizenznummer im Inserat steht.

7. Windeln, Milch & Co: Wo einkaufen?

Du musst nicht den gesamten Vorrat aus Europa mitschleppen, wenn du Japan mit Kindern bereist.

  • Supermärkte: Windeln (Pampers heißen hier oft „Merries“ oder „Moony“) gibt es in jedem Drogeriemarkt (z. B. Matsumoto Kiyoshi) oder bei 7-Eleven.
  • Akachan Honpo: Das ist der „Olymp“ für Babyartikel. Riesige Kaufhäuser, die wirklich alles haben – von speziellen japanischen Baby-Snacks bis hin zu Buggys.
  • Müll: In Japan gibt es kaum öffentliche Mülleimer. Nimm dir kleine Beutel für gebrauchte Windeln mit, die du im Auto sammeln und in der Unterkunft oder an großen Raststätten entsorgen kannst.

8. Sightseeing-Strategien: Parks statt Tempel

Zu viele Tempel sind langweilig. Wer Japan mit Kindern bereist, sollte auf Parks, Aquarien und interaktive Museen setzen. Im Sommer bieten fast alle öffentlichen Parks kleine Wasserbecken zum Abkühlen – ideal für eine Pause zwischendurch.

  • Parks: Besucht Orte wie den Nara Park (Rehe füttern) oder den Ueno Park in Tokio.
  • Aquarien: Japan hat einige der besten Aquarien der Welt (z.B. das Churaumi in Okinawa oder das Kaiyukan in Osaka). Diese sind perfekt klimatisiert – ein Segen im schwülen Sommer.
  • Interaktive Museen: Das Miraikan (Tokio) oder das Eisenbahnmuseum (Kyoto/Saitama) sind für Kinder spektakulär.
  • Tipp für die Hitze: Im Sommer gibt es in fast jedem Park „Splash Ponds“ (Wasserspielplätze). Pack immer ein kleines Handtuch und Ersatzkleidung ins Auto.

9. Kinderfreundliche Orte in Tokio

  • Säuglinge und Kleinkinder:

    • Ueno Park: Mit großem Zoo, Tretbooten, vielen Tempeln und Museen (Nationalmuseum für Natur und Wissenschaft, Ueno Kinderbibliothek). Direkt am JR Ueno Bahnhof.

    • Tama Zoo: Eine Stunde außerhalb Tokios, bekannt für naturgetreue Lebensräume.

    • Inokashira Park und Inokashira Zoo: Am Wochenende oft mit Straßenkünstlern, Tretbooten und Spielplätzen. Der Zoo ist kinderfreundlich mit Streichelzoo (Meerschweinchen). Nahe dem Ghibli Museum.

    • Haru no Ogawa Play Park: Ein Matschpark in Yoyogi.

    • Hanayashiki Amusement Park: Freizeitpark für kleine Kinder in Asakusa.

    • Asobono: Riesiger Indoor-Spielplatz in Tokyo Dome City – ideal bei Regen.

    • Himonya Koen Kodomo Dobutsu Hiroba: Streichelzoo und Ponyreiten.

    • Anpanman Children’s Museum: In Yokohama, interaktives Museum für Fans des beliebten japanischen Cartoon-Charakters.

  • Schulkinder (unter 10 Jahren): Alle oben genannten Vorschläge sind auch für ältere Kinder geeignet. Zusätzlich:

    • Tokyo Disneyland/DisneySea: Disneyland ist eher auf Kinder ausgerichtet, DisneySea eher für Erwachsene, aber beide sind für Kinder ab 5+ geeignet. Recherchiert im Voraus bezüglich Tickets und Budget.

    • Suginami Children’s Traffic Park: Kostenloser Park mit Pedal-Karts und Fahrrädern, wie ein Mini-Tokio.

    • Sanrio Puroland: Indoor-Themenpark (Hello Kitty & Co.), ideal für 3-13-Jährige.

    • Tachikawa Showa Kinen Koen: Großer Park mit Spiel- und Wasserbereichen.

    • Tokyo Dome City: Vergnügungspark mit Spielhallen für ältere Kinder und Erwachsene.

    • Pokémon Center: Mehrere große Zentren in Tokio (Skytree, Tokyo-Bay, Mega Tokyo, DX in Nihonbashi). Für das Pokémon Café in Nihonbashi unbedingt online und weit im Voraus reservieren.

  • Tweens und Teens:

    • Tokyo Character Street: Im Bahnhof Tokio, Shops mit Snoopy, Hello Kitty, Ghibli, Pokémon.

    • Ghibli Museum: Sehr beliebt, Tickets müssen unbedingt im Voraus gebucht werden. Eher für Fans des Studios, da die Ausstellungen nicht interaktiv sind. Jüngere Kinder (unter 6) könnten sich langweilen.

    • Sailor Moon Store in Harajuku: Im LaForet Gebäude, mit exklusiven Artikeln.

    • Otona Joshi Biyory in Tokyo Station: Artikel für Mädchen ab 8 Jahren.

    • Tokyu Plaza Harajuku: Coole Shops für ältere Kinder, mit großen Geschenkartikelläden im obersten Stockwerk.

    • Kiddyland: Exzellente Spielzeugauswahl für alle Altersgruppen, z.B. in Omotesando (Harajuku) oder bei Osaka Station City.

10. Orte in Tokio, die mit Kindern eher ungeeignet sind

Einige beliebte Attraktionen sind nicht unbedingt kinderfreundlich:

  • Kabukicho bei Nacht: Viele Bars, Pornoshops und sichtbare Sexarbeit. Für Teens (ab 18) und Erwachsene okay, aber für Kinder verwirrend.

  • Akihabara: Viel pornografischer Inhalt (animierte Mädchen in sexualisierten Posen). Auch in „Otaku“-Läden gibt es manchmal Puppen/Bilder, die nicht altersgerecht sind. Informiere dich über spezifische Shops für Kinderwaren.

  • Animate Otome Road (Ikebukuro): Meist sicher, aber ein Bereich verkauft Comics mit sexuellem Inhalt (meist versiegelt). Diesen Bereich meiden, der Rest des Ladens ist für Kinder in Ordnung.

  • Harajuku/Takeshita Dori: Eher für Teenager gedacht, oft mit unpassenden Produkten (Fetisch-Kleidung). Extrem überfüllt am Wochenende – meidet es, wenn ihr mit Kindern unter 15 Jahren oder Kindern, die leicht abgelenkt werden oder weglaufen, unterwegs seid. Kiddyland in Omotesando oder der Sailor Moon Store sind bessere Alternativen.

11. Sicherheit & Gesundheit

Japan ist sicher, aber man sollte vorbereitet sein.

  • Medikamente: Japanische Apotheken haben alles, aber die Dosierungen und Anleitungen sind auf Japanisch. Bring die wichtigsten Basics (Fiebersaft, Pflaster) von zu Hause mit.
  • Ärztliche Versorgung: Es gibt in den Städten viele internationale Kliniken. Die Versicherungskarte allein reicht meist nicht, du musst oft in Vorkasse gehen. Eine Auslandskrankenversicherung ist Pflicht.
  • Notfall-Karte: Schreib die Adresse deiner Unterkunft und wichtige Telefonnummern auf ein Stück Papier, das deine Kinder (falls sie alt genug sind) in der Tasche tragen.

12. Ein Wort zum Buggy

Für Säuglinge und Kleinkinder ist eine Babytrage (z.B. Egobaby) eine hervorragende Wahl, wenn Eltern ohne Kinderwagen reisen möchten. Babytragen sind in Japan sehr beliebt und werden von Müttern und Vätern im ganzen Land verwendet. Wenn du unbedingt einen Kinderwagen mitbringen musst, solltest du einen wählen, der sich leicht zusammenklappen lässt und nicht zu sperrig ist – wie ein Regenschirmkinderwagen. WICHTIG: Versuch NICHT, deinen massiven, schweren westlichen Kinderwagen nach Japan mitzunehmen. Ja, er ist schön. Ja, er war teuer – aber er ist hier völlig unbrauchbar und wird dir mehr Probleme als nötig bereiten. Während viele moderne Gebäude und Einrichtungen Aufzüge haben, werden ältere Gebäude oder Gebäude außerhalb der wichtigsten Touristengebiete keine haben. Sei darauf vorbereitet, deinen Kinderwagen unten an einem sicheren Ort zu lassen oder ihn mit dir zu tragen.

  • Tipp: Ein leichter Reise-Buggy, den man mit einer Hand zusammenklappen kann, ist in Japan die beste Wahl. Im Auto stört er nicht, und im Bahnhof ist er Gold wert.

13. Onsen mit Kindern: So klappt das Bad ohne Stress

In Japan ist nacktes Baden die Regel. Das ist für Kinder oft erst mal komisch, wird aber schnell normal. Wichtig: Kinder, die noch Windeln tragen, dürfen in Japan aus Hygienegründen fast nie in die Gemeinschaftsbecken.

Die beste Lösung: Private Onsen (Kashikiri)

Wenn du keine Lust auf die Trennung von Männern und Frauen hast oder deine Kinder im Wasser etwas mehr Freiheit brauchen, such nach Kashikiri-Buro.

  • Was ist das? Das sind private Badezimmer, die man für 45 bis 60 Minuten mietet.
  • Vorteil: Die ganze Familie kann zusammen baden. Wenn das Kind spritzt oder lacht, stört es niemanden.
  • Wo? Fast jedes größere Ryokan oder Onsen-Hotel bietet das an. Manchmal kostet es extra (ca. 2.000–3.000 Yen), manchmal ist es inklusive.

Onsen-Themenparks (Super Sento)

Das ist die entspannteste Variante für Roadtrips. Große Komplexe wie das Oedo Onsen Monogatari (gibt es an mehreren Orten) oder das Spa World in Osaka sind wie Freizeitparks für Badefreunde.

  • Vibe: Es ist laut, es gibt Restaurants, Spielbereiche und oft sogar Badebereiche, in denen man Badekleidung trägt (besonders in den gemischten Bereichen).
  • Service: Hier bekommst du oft alles gestellt: Yukatas (leichte Baumwoll-Roben) auch für Kinder, Handtücher und Seife.

Die „Windel-Regel“ umgehen

Falls dein Kind noch nicht trocken ist, bieten viele moderne Onsen-Hotels kleine Plastikwannen an, die man neben das große Becken stellt. So kann das Kind im Onsen-Wasser baden, ohne das Gemeinschaftsbecken zu verunreinigen. Frag einfach nach einem „Baby Bath“.

14. Familien-Shopping: Souvenirs und Spielzeug

Wenn ihr mit dem Auto unterwegs seid, habt ihr Platz im Kofferraum. Das solltet ihr nutzen, denn Japan hat Spielzeug, das man so nirgendwo anders findet.

  • Ghibli Store (Donguri Kyowakoku): Ein Muss für Fans von „Mein Nachbar Totoro“. Es gibt dort wunderschöne Sachen für das Kinderzimmer.
  • Pokémon Center: Gibt es in allen Großstädten. Achtung: Am Wochenende ist es dort extrem voll. Mit dem Auto könnt ihr eher die Filialen in Randbezirken ansteuern.
  • Gachapon-Hallen: Das sind Läden mit hunderten Automaten, aus denen man kleine Kapseln mit Spielzeug zieht. Ein riesiger Spaß für Kinder (und Eltern), kostet meist nur 200-500 Yen.

15. Die goldene Regel: Flexibilität statt striktem Plan

Japan kann reizüberflutend sein. Mit dem Mietwagen habt ihr den Luxus, einen Tag einfach mal „nichts“ zu tun und zu einem abgelegenen Park oder Strand zu fahren, wenn die Kinder einen Break von den blinkenden Lichtern der Stadt brauchen.

Checkliste für den Familien-Roadtrip:

  1. JAF-Übersetzung: Ohne die geht gar nichts (ab 49 EUR bei uns).
  2. Pocket-Wifi: Damit die Kinder im Auto ihre Serien schauen können und du Google Maps hast.
  3. Münzgeld: Für die Parkautomaten und die Gachapon-Maschinen.
  4. Kleine Müllbeutel: Für Windeln und Snack-Reste (da es kaum öffentliche Mülleimer gibt).

16. Kleiner Sprachführer für Eltern in Japan mit Kindern

In Japan sind die Menschen extrem hilfsbereit, besonders wenn sie sehen, dass du dich bemühst. Hier sind die „Lebensretter“:

Deutsch Japanisch (Aussprache) Japanische Schrift
Wo ist die Toilette? O-tearai wa doko desu ka? お手洗いはどこですか?
Gibt es einen Wickelraum? Omutsu-gae no basho wa arimasu ka? おむつ替えの場所はありますか?
Haben Sie einen Kindersitz? Kodomo-yo no isu wa arimasu ka? 子供用の椅子はありますか?
Gibt es ein Kindermenü? Okosama-meryu wa arimasu ka? お子様メニューはありますか?
Ist das scharf? Kore wa karai desu ka? これは辛いですか?
Können Sie das ohne Wasabi machen? Wasabi-nuki de onegaishimasu. わさび抜きでお願いします。
Entschuldigung (wenn es laut wird). Sumimasen. すみません。

Ein letzter Tipp: Die „Wasabi-Falle“

In Sushi-Restaurants wird Wasabi oft standardmäßig zwischen Reis und Fisch gestrichen. Sag unbedingt sofort „Wasabi-nuki“ (ohne Wasabi), wenn du für Kinder bestellst. Selbst wenn es „nur ein bisschen“ ist, ist es für die meisten Kinder zu scharf und das Essen ist gelaufen.

17. Fazit: Japan mit Kindern – Stress oder Traumurlaub?

Japan mit Kindern ist kein Selbstläufer, aber es ist eines der lohnendsten Reiseziele überhaupt. Die Sauberkeit, die Sicherheit und die unglaubliche Höflichkeit machen es Eltern eigentlich sehr leicht. Der größte Fehler, den du machen kannst, ist zu versuchen, Japan wie ein Backpacker mit dem Zug zu bezwingen.

Sobald du dich für einen Mietwagen entscheidest, fällt der ganze Druck von dir ab. Du musst dich nicht rechtfertigen, wenn dein Kind mal laut ist, du musst keine schweren Koffer über Bahnhöfe schleppen und du kannst genau dann anhalten, wenn die Familie eine Pause braucht. Das Auto verwandelt den Trip von einer logistischen Herausforderung in einen echten Urlaub.

Ja, du musst dich vorher um den Papierkram kümmern und die Übersetzung deines Führerscheins (die du bei uns für 49 EUR bekommst) einplanen. Wer einmal entspannt durch die Natur Nordjapans gefahren ist, weiß: So macht Japan mit Kindern erst richtig Spaß.

Trau dich, Japan abseits der Shinkansen-Gleise zu entdecken. Deine Kinder werden es lieben – und du auch.

 

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